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Alnatura: Brückenbauer der Wertschöpfungskette

Auf der Jahrespressekonferenz wählte Firmengründer Prof. Dr. Götz Rehn die selbsttragende Brücke als Bild für die Unternehmenstätigkeit. Alnatura verstehe sich als Brückenbauer entlang der Lebensmittelwertschöpfungskette vom Bio-Anbauer bis zum Endkunden. 40 Jahre Markterfahrung haben das Alnatura-Konzept „Sinnvoll für Mensch und Erde“ immer ausgefeilter werden lassen. Permanente Verbesserungen der dezentralen, regionalen Einkaufs-Infrastruktur und Investitionen in die SuperNaturMärkte sowie in Nachhaltigkeit wurden umgesetzt. Auch dieses Jahr wurden diese Aktivitäten wieder mit zahlreichen Auszeichnungen honoriert. Zudem gibt der stetige wirtschaftliche Erfolg gegen den Trend des Marktes der Alnatura- Strategie recht.


Prof. Dr. Götz Rehn und Petra Schäfer stellen die Geschäftsbereiche und die Erfolgsstrategie des Unternehmens dar. Foto: Karin Heinze


Vom Acker bis auf den Teller

Der selbsttragende Brückenbogen sei ein passendes Bild für das, was Alnatura ausmacht, sagte Unternehmensgründer Götz Rehn. In den vergangenen Jahren habe das Unternehmen die Grundpfeiler zu beiden Seiten weiter verstärkt, aus der Erkenntnis, dass man beide Pole im Blick haben müsse - von der Erzeugung bis zum Konsumenten, vom Acker bis auf den Teller - um erfolgreich und nachhaltig handeln zu können. Insbesondere betonte Rehn die langfristige, vertrauensvolle Zusammenarbeit mit einem großen Netzwerk von fast 190 Herstellern und Lieferanten, die sich bewährt habe. Die direkte Zusammenarbeit mit Höfen zahle sich in mehr Frische, besseren Qualitäten und fairen Preisen für die Erzeuger aus. Für die Kunden schlage sich diese Strategie und die Pflege langfristiger Partnerschaften in stabilen günstigen Preisen sowie durchgängig bester Bio-Qualität nieder. Besonders hervor hob er dabei die Kooperation mit der Bodensee-Insel Mainau, die es erlaube 9 Monate Grüne Frische aus Deutschland anzubieten, denn regionale Frische werde immer mehr von den Kunden geschätzt. Dezentral regional erfolgt auch die Belieferung durch 50 regionale Bäckereien, je nach Ladenstandort. Kurze Transportwege seien auch ein nicht zu unterschätzender Beitrag zum Klimaschutz.

In der Zentrale, dem Alnatura Campus und den Arbeitswelten, laufen die Fäden zusammen. Foto: Karin Heinze

Umsatzplus entgegen dem Branchentrend

In der Jahrespressekonferenz zeigten sich Firmengründer Prof. Dr. Götz Rehn und Petra Schäfer, Mitglied der Geschäftsleitung, sehr zufrieden mit der Entwicklung des im September abgelaufenen Geschäftsjahr 2022/23. Trotz der schwierigen Marktlage mit multiplen Krisen konnte sich Alnatura über einen Umsatzzuwachs von 2,3 Prozent auf 1,149 Milliarden Euro freuen. Das neue Geschäftsjahr habe positiv begonnen, weshalb die Unternehmensleitung recht zuversichtlich auf das 40.Jubiläumsjahr 2024 schaut und sieben Neueröffnungen ankündigt. Als Gründe für die positive Umsatzentwicklung führen Rehn und Schäfer die Einführung der Niedrigeres-Eigenmarke Prima! Alnatura, die Dauerpreis-Strategie und den Studi-Rabatt an. Die Eigenmarke werde sehr gut angenommen, sagte Petra Schäfer: "Es gelingt uns mit diesen Maßnahmen Bio für alle erschwinglich zu machen. Rehn ergänzte auf Nachfrage, die Einführung der Günstig-Marke habe nicht zum Einbruch im herkömmlichen Sortiment geführt, man verzeichne weniger Verluste als erwartet. Einen wichtigen Teil der großen Bekanntheit der Marke Alnatura führte Rehn auf die "Community Mein Alnatura" zurück, die Kunden einbinde (55.000 Kundenkontakte im Jahr) und zu Botschaftern der Marke mache.

Nach einem Umsatzrückgang im vorigen Geschäftsjahr, wuchs Alnatura 2022/23 wieder. Foto: Karin Heinze


Alnatura trotzt schwieriger wirtschaftlicher Lage

Rehn umriß die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen: Die Inflation gehe zwar langsam zurück, sei jedoch bei Lebensmitteln noch überdurchschnittlich hoch. Die Preissteigerungen bei Bio-Produkten seien, im Vergleich mit konventionellen Produkten, jedoch aufgrund der Produktionsmethode, ohne teure synthetische Dünger und Spritzmittel, insgesamt sehr viel niedriger ausgefallen. Durchschnittlich lägen die Ladenverkaufspreise von Alnatura-Produkten 15% unter den Artikeln bekannter Markenartikler wie Barilla oder Kölln. Um Bio nach vorne zu bringen und das Ziel 30% bis 2030 zu erreichen sei das Tempo der Entwicklung im Bio-Markt viel zu langsam, so Rehn. Seit zwei Jahren herrsche mehr oder weniger Stagnation, für dieses Jahr sei mit einer leichten Aufwärtsbewegung zu rechnen, aber mit keinem grundlegenden Durchbruch. Der Mehrumsatz komme praktisch ausschließlich dem LEH zugute. Um das von Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir ausgerufene Ziel von 30% Öko-Landbau bis 2030 zu erreichen müssten in den kommenden Jahren jährlich annähernd 70.000 ha Fläche umgestellt werden.

Große Skepsis in Bezug auf die Entwicklung des Bio-Marktes und der Erreichung des 30% Ziels. Foto: Karin Heinze


Kontraproduktive Pläne aus Brüssel

Die aktuellen Beschlüsse und Vorhaben der EU in Bezug auf die Landwirtschaft machten Sorgen. Rahn nannte die 10jährige Verlängerung des Totalherbizids Glyphosat, die Pläne zur Pestizidreduktion SUR, die nach dem Scheitern im Ausschuss nun wahrscheinlich bis 2030 auf Eis liegen. Und nicht zuletzt stemmt sich Alnatura gemeinsam mit Bio-und Naturschutzverbänden gegen die Deregulierung des Gentechnik-Gesetzes, die nach dem Willen der EU-Kommission Risikoprüfungen für gentechnisch veränderte Pflanzen und deren Kennzeichnung abschaffen soll. Über alle Stufen der Wertschöpfungskette und alle Handelsformate sowie bei der überragenden Mehrheit der Verbraucher herrscht Einigkeit, dass Risikoprüfungen, Kennzeichnung von gentechnisch veränderten Lebensmitteln und damit die Wahlfreiheit erhalten bleiben muss. Alnatura bringe sich sehr entschieden in die breite Allianz der Deregulierungsgegner ein, doch die Gentechnik-Lobby sei sehr aktiv.

Rehn appellierte an die Politik, ihre Versprechungen einzulösen.

Einige Super Natur Märkte bieten gastronomischen Service an.

Engagementfelder und Auszeichnungen

Die Alnatura Bio-Bauern-Initiative ABBI hat in Kooperation mit dem NABU seit 2015 über 100 Höfe bei der Umstellung auf Bio-Landbau unterstützt und damit rund 18.000ha Öko-Fläche geschaffen. Bis 2025 ist das Ziel weitere 20 Höfe zu unterstützen. Neben der Bruderhahn/ Hennenwohl-Initiative, die bereits seit 10 Jahren besteht, startete Alnatura im vergangenen Jahr die Initiative Kuh und Kalb. Der Alnatura Tierwohl-Initiativfonds stellt Gelder dafür zur Verfügung. Die Kälbchen dürfen mindestens drei Monate bei der Mutterkuh oder einer Ammenkuh bleiben, was sich günstig auf die Gesundheit beider auswirkt. Die Milch dieser kuhgebundenen Aufzucht wird gekennzeichnet und kommt demnächst in die Läden. Außerdem investierte Alnatura in alternative Mobilität mit rund 100 Lastenrädern zum Ausleihen an den 154 Filialen und begann mir dem Ausbau von Ökostrom-Ladesäulen, das Netzt soll auf 100 Ladesäulen ausgebaut werden.

Für das Engagement in Sachen Nachhaltigkeit und Biodiversität erhielt Alnatura zum vierten Mal den Deutschen Nachhaltigkeitspreis und wurde zusätzlich mit dem neu aufgelegten Preis "Transformationsfeld Natur" der Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet.

Weitere Auszeichnungen im vergangenen Geschäftsjahr waren zum zweiten Mal in Folge der erste Platz der Verbraucherstudie "Kundenmonitor" zur Kundenzufriedenheit und ebenfalls zum zweiten Mal der Fruchthandel Retail Award.





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