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Mit vereinten Kräften zur Agrar- und Ernährungswende

Der virtuelle Agrarkongress vermittelte den Eindruck, dass endlich die Akteure aus den Bundesministerien Landwirtschaft (BMEL) sowie Umwelt- und Verbraucherschutz (BMUV) an einem Strang ziehen und zwar in Richtung einer grundlegenden zukunftsorientierten Transformation. Auch aus der EU, vom niederländischen Agrarminister, vom Umweltbundesamt und aus der Wissenschaft sowie von verschiedenen Organisationen wie BÖLW und BUND kam Bestätigung für den neuen Kurs. Die Tagung stand unter dem Motto

"Umwelt und Landwirtschaft im Aufbruch - Die Zukunft jetzt auf den Weg bringen!" (Programm)

Bundesagrarminister Cem Özdemir und Bundesumweltministerin Steffi Lemke im Gespräch mit Moderatorin Tanja Busse (Foto Karin Heinze)


Große Einigkeit

In den einzelnen Impulsvorträgen und Statement sowie in der Diskussion zeichnete sich ein harmonisches Zusammenwirken und der Wille nach Veränderung ab.

"Wir haben eine Herkulesaufgabe vor uns, doch wenn wir die Probleme anerkennen - beim Schutz von Klima, Mooren, Tieren oder auch im Verbraucherschutz, uns auf unsere Aufgaben konzentrieren, werden wir Lösungen finden. Lassen Sie uns den Wandel gemeinsam anpacken!"

Landwirtschaftsminister Cem Özdemir sieht eine "Riesenchance" in der Zusammenarbeit der Ministerien und viele Synergieeffekte für eine "Dekade des Wandels". Er zählte eine lange Liste der Vorhaben auf, darunter das ehrgeizige Ziel von 30% Ökolandbau bis 2030, den Schutz der Artenvielfalt, das Nachschärfen der Gemeinsamen EU-Agrarpolitik (GAP), das Übereinbringen der Tierzahl mit der Fläche oder das Sichtbarmachen der "Wahren Kosten".

"Eine Aufbruchstimmung ist deutlich spürbar."

Virginijus Sinkevičius, Kommissar für Umwelt, Meere und Fischerei der Europäischen Kommission, gab ein Bekenntnis zum Green Deal sowie zur Farm to Fork Strategie der EU ab und unterstrich den holistischen Ansatz.

"Bauern müssen zum Umweltschutz beitragen und dabei brauchen sie unsere Unterstützung. ich bin davon überzeugt, dass die Bauern sich darauf einlassen."

Von oben links: Silvia Bender, Staatssekretärin im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, Guido Landheer, stv. Vizeminister, Ministerium für Landwirtschaft, Natur und Lebensmittelqualität der Niederlande, Jörg-Andreas Krüger, Präsident des Naturschutzbund Deutschland (NABU) und Prof. Dr. Britta Renner.


Sie alle stimmten im Großen und Ganzen mit den Plänen der beiden Bundesministerien überein, betonten aber alle noch einmal den dringenden Handlungsbedarf .

Prof. Dr. Britta Renner setzte sich insbesondere für den Ausbau gesunder Außerhausverpflegung ein und die Unterstützung der Verbraucher, die sich "gesünder, fairer und klimafreundlicher ernähren wollen.

Gesprächsrunde mit Vertreter*innen aus Landwirtschaft, Ernährung, Handel und Konsum

v.l. Prof. Dr. Britta Renner, Universität Konstanz, Vizepräsidentin der Deutschen Gesellschaft für Ernährung; Dr. Jens van Bebber, Schweinemäster in Niedersachsen; Annette Kirste, ALDI Nord, Handelsunternehmen; Gundula Oertel, Netzwerk der Ernährungsräte; Kai Pönitz, Mitglied des Vorstands des Deutschen Verbands für Landschaftspflege (DVL)


Wie muss die Transformation konkret gestaltet werden?

Prof. Dr. Dirk Messner, Präsident des Umweltbundesamts (UBA) zeigte sich überzeugt, dass die Veränderungsbereitschaft bei den Bauern und ganz allgemein in der Gesellschaft hoch ist.

Peter Röhrig, geschäftsführender Vorstand des Bio-Dachverbands Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) sagte im Rahmen der Diskussion: „Umweltschutz und Landwirtschaft gehören zusammen. Das treibt Bio-Bäuerinnen, -Herstellerinnen und Händler an, die Transformation der Lebensmittelwirtschaft zu gestalten. Mit Bio schützen wir Boden, Wasser, Vögel und Insekten und produzieren hochwertige Lebensmittel. Und Öko wirkt auf der ganzen Fläche. Denn die Landschaft in Schutz- und Schmutzgebiete aufzuteilen, das funktioniert für die Umwelt nicht. Und ein paar Blühstreifen neben dem Acker werden nicht reichen."


Karin Heinze, BiO Reporter International



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