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20 Jahre BioMessen: Erfolgreiche BioOst im Jubiläumsjahr

Zwei Wochen nach der BioWest in Düsseldorf ging auch die BioOst in Leipzig erfolgreich über die Bühne. Die Veranstalter zogen zum 20. Jubiläum insgesamt eine sehr positive Bilanz zur Entwicklung der BioMessen. Für den regionalen Großhändler Naturkost Erfurt bot die BioOst eine gute Gelegenheit, den Einzelhändlern regionale und internationale Lieferanten vorzustellen.


Jubiläum für die BioMessen Foto: BioMessen

Besucherplus zum Jubiläum

War nicht gerade erst Zehnjähriges? Stimmt, für die BioOst, die 2013 zum ersten Mal stattfand. Die erste der nunmehr vier BioMessen ging jedoch als BioNord tatsächlich schon 2004 an den Start, demnach dürfen die Veranstalter 2024 den zwanzigsten Geburtstag feiern. Um noch ein wenig Statistik zu betreiben: Die BioSüd hatte fünf Jahre nach der ersten BioNord Premiere und 2013 wurde mit BioWest und BioOst das Konzept der regionalen BioMessen bundesweit etabliert. Groß gefeiert wurde das Jubiläum in Leipzig zwar nicht, doch freuten sich die Veranstalter Matthias Deppe und Wolfram Müller über das, nach dem Corona-bedingten Einbruch, wieder steigende Interesse vonseiten der Aussteller und Fachbesucher. Die beiden Frühjahrs-BioMessen verzeichneten insgesamt 458 Aussteller und 3607 Besucher.


Viele Besucher waren bei der Diskussionsrunde zum Thema Mehrwegsysteme. Foto: BioMessen


Wichtige regionale Vernetzungsplattform

Große Einigkeit besteht über die Vorteile der regionalen BioMessen als Treffpunkt und Handelsplattform für die deutsche Bio-Branche. Staatssekretärin Gisela Reetz aus dem Sächsischen Staatsministerium für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft sowie Staatssekretär im Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft, Torsten Weil informierten sich auf einem Rundgang bei regionalen Herstellern. Staatssekretärin Reetz betonte: „Die Messe ist eine wichtige Plattform, auch um regionale Wertschöpfungsketten enger zu knüpfen. Insbesondere die Verbindung von Regionalität mit dem Bio-Segment hat einen Mehrfachnutzen.“ Staatssekretär Torsten Weil bestätigte: „Wir alle wissen, wie wichtig gerade auch regionale Messen wie die BioOst für Austausch und Vernetzung von Fachpublikum, für Politik und Wirtschaft sind.“ BNN-Geschäftsführerin Kathrin Jäckel stellte die Vernetzungsfunktion heraus und würdigte die BioMessen als wichtige Branchen-Plattform.


Politischer Besuch am Stand des BNN: Staatssekretärin Gisela Reetz, Staatssekretär Torsten Weil und Kathrin Jäckel, BNN (v.l.n.r) Foto: BioMessen


Naturkost Erfurt stellt regionale, nationale und internationale Lieferanten vor

Die BioOst liegt für den Regional-Großhändler Naturkost Erfurt, mit seinen beiden Logistikzentren in Erfurt und Schkeuditz mitten im Liefergebiet, das Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Nordbayern bedient. Strategisch perfekt, um die eintägige Messe als „Hausmesse“ zu nutzen und am großen Gemeinschaftsstand, den Kunden und Interessierten das Eigenmarkensortiment, Service und Engagementfelder vorzustellen, vor allem aber gut 30 der über 400 Lieferant:innen. Dazu gab es sogar eine eigene Broschüre, in der die Firmen vorgestellt wurden. Es waren Anbauer und Hersteller aus der Region anwesend wie ObstNatur aus Thüringen mit Säften von Streuobstwiesen, Genusshandwerk Bauer mit Erfurter Streich aus regionalen Puffbohnen oder Stadtgut Görlitz mit Obst, Eiern und Geflügelerzeugnissen. Neben den regionalen Anbietern waren natürlich auch Lieferanten aus dem ganzen Bundesgebiet am „Marktplatz“ vertreten. Als internationale Beteiligung präsentierten sich unter anderem Naturkost Schramm und Bio-Ilios, die das ganze Jahr über Obst und Gemüse aus Südeuropa liefern sowie A.S.T.R.A. Bio aus Norditalien, die das Gastro- und Gemeinschaftsverpflegungssortiment von Naturkost Erfurt mit italienischer Pasta bereichern und Fa. Rupp aus Österreich mit Käse für den AHV-Bedarf.


Erstmals Rundgang für AHV-Akteur:innen

Naturkost Erfurt ist dabei, das Angebot für die Außer-Haus-Verpflegung (AHV), vor allem das Angebot an vorverarbeiteten Obst- und Gemüseprodukten und pflanzlichen Alternativen aus der Region auszubauen. Akquise und Service sollen durch einen Außendienst verstärkt werden. Bereits seit über 20 Jahren gehören Schulcaterer, Kitaküchen, Mensen, Cafés, Streetfoodstände, Hotels und Restaurants zu den Kunden der Erfurter, beschreibt Projektmanager Claas Homeyer den Status Quo, doch gebe es noch viel Potenzial für Bio im AHV-Bereich. Deshalb bot Naturkost Erfurt erstmals zusammen mit der Naturland Zeichen GmbH und der Bio Partner Deutschland Foodservice GmbH (BPD)

Viel Betrieb in den Gängen. Foto: BioMessen. einen Messe-Rundgang speziell für die AHV an, 20 Interessierte nahmen daran teil. Seit Anfang des Jahres kooperiert Naturkost Erfurt zudem mit Bio Partner Deutschland (BPD) und konnte sich dadurch einen neuen Vertriebskanal erschließen: Contract Caterer, die Betriebskantinen und andere Küchen in der Region betreiben, werden nun von den Erfurtern beliefert.

Ein weiterer Baustein, um die Ernährungswende zu beflügeln, seien auch die guten Kontakte zu den Ernährungsräten in Dresden und Leipzig, erklärt Homeyer. Außerdem bringe man sich bei AgiL Sachsen und beim Thüringer Ökoherz ein, engagiere sich in der Bio-Stadt Erfurt und sei Partner der Bio-Regio-Modellregion Leipziger Land. Auch bei den AHV-Arbeitsgruppen der Bio-Anbauverbände sei man engagiert.


Der Neuheitenstand der BioOst. Foto: Karin Heinze

Viel zu entdecken: 70 Firmen präsentierten Neuprodukte

Über 250 neue Produkte beherbergten die Regale im Bereich Neuheiten gleich am Eingang der BioOst. Überwiegend waren es die altbekannten Hersteller von Allos und Barnhouse über Rapunzel und Rosengarten bis zu Voelkel und Vivani, die reichlich Neuheiten angemeldet hatten und an ihren Ständen verkosteten. Es gab für die Besucher also eine Menge Neues zu entdecken und zu probieren. Neue Firmen mit ihren Innovationen konnte man am Macher-Marktplatz antreffen, deren Stände sich um die Neuprodukte-Präsentation herum gruppierten.


Positive Umsatzentwicklung macht gute Stimmung

Die Stimmung in Leipzig war gut und schien geprägt von einem sich erholenden Markt. Bekanntlich haben sich seit Sommer 2023 die Vorzeichen für die Umsatzentwicklung im Fachhandel endlich wieder ins Positive gedreht. Laut Kommunikationsberatung Klaus Braun schloß das Jahr aufgrund der hohen negativen Ergebnisse aus dem ersten Halbjahr  2023 zwar nur mit einem minimalen Wachstum von 0,2%, doch stabilisieren sich die Umsätze im Fachhandel seit Beginn des Jahres, die Tendenz ist positiv. Allerdings musste eine Reihe von Läden die Türen für immer schließen. Nicht zuletzt bleibt die wirtschaftliche Lage in Deutschland weiterhin angespannt und die Trendwende im Fachhandel muss sich erst noch beweisen. Simon Döring von der Kommunikationsberatung Klaus Braun rät allen Akteuren im Markt sich mit „neuen Alleinstellungsmerkmalen und Mehrwerten“ zu positionieren und dies „lautstark zu kommunizieren“.


Autorin: Karin Heinze

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