Aid by Trade will Naturfaser-Produzentinnen stärken

2026 wurde von der Welternährungsorganisation FAO zum Internationalen Jahr der Frauen in der Landwirtschaft ausgerufen. Verschiedene Aktivitäten haben bereits darauf aufmerksam gemacht, dass besonders im globalen Süden oft Frauen in der Urproduktion tätig sind und am Anfang der Lieferkette stehen, dies aber nicht honoriert wird. Die Aid by Trade Foundation (AbTF) will nun mit der Kampagne „From My Hands to Your Wardrobe“ die zentrale Rolle von Frauen in der Baumwoll- und Kaschmirproduktion für die globale Textilindustrie würdigen. Prominente Partner aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft unterstützen die Initiative, darunter das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), der WWF, die Welthungerhilfe oder Tchibo.
Strukturelle Benachteiligung von Frauen ist globales Problem

Die strukturelle Benachteiligung von Frauen sind nach wie vor eine wesentliche Ursache für globale Ungerechtigkeit und ungenutzte Entwicklungspotenziale. Obwohl Frauen einen Großteil der landwirtschaftlichen Arbeit weltweit leisten, fehlt ihnen häufig der gleichberechtigte Zugang zu Ressourcen, Bildung und finanzieller Eigenständigkeit. Dabei birgt die Schließung der Gender-Lücke in der Landwirtschaft, enormes Potenzial, erklärt die Welternährungsorganisation FAO. Sie könnte die Weltwirtschaft um eine Billion US-Dollar stärken und die Ernährung von 45 Millionen Menschen sichern, heißt es in einer FAO-Studie https://www.fao.org/wo...er-2026/en.
„Bäuerinnen und Hirtinnen sind in der öffentlichen Wahrnehmung häufig unterrepräsentiert, obwohl sie am Anfang der Lieferkette einen wichtigen Beitrag leisten“, sagt Tina Stridde, Geschäftsführerin der Aid by Trade Foundation. „Wir sehen es als unsere Aufgabe, dieses Bewusstsein in internationalen Lieferketten und bei Konsument:innen zu schärfen. Unsere Kampagne ‚From my hands to your wardrobe‘ gibt diesen beeindruckenden Frauen eine Bühne und macht ihre Geschichten sichtbar.“
AbTF unterstützt Frauen in der Baumwollproduktion in Afrika

Der mehrstufige Ansatz umfasst neben Gleichstellungskriterien in allen unabhängig verifizierten Nachhaltigkeitsstandards für Baumwolle und Kaschmir gender-spezifische Trainingsinhalte zur Stärkung der Frauen. In Afrika ist die Stiftung mit ihren Standards Cotton made in Africa und Cotton made in Africa Organic in 10 Ländern südlich der Sahara aktiv und setzt Projekte für Frauenempowerment um. Ein zentrales Instrument sind hierfür die Gründung von inzwischen über 100 Frauengruppen sowie die Verpflichtung der afrikanischen Partnerunternehmen, sich aktiv für Geschlechtergerechtigkeit zu engagieren. Die Partner unterstützen die Frauengruppen dabei, sich zu organisieren, eigene Projekte aufzusetzen und zusätzliche Einkommensquellen zu erschließen. Dies reicht von der Gründung kleiner Start-ups sowie Alphabetisierungsangeboten bis hin zum erleichterten Zugang zu Krediten oder eigenen Verträgen mit den Baumwollgesellschaften. Eine unabhängige Studie aus dem Jahr 2024 belegt Fortschritte: In Mosambik widersprachen 80 Prozent der befragten Männer und Frauen der Aussage, dass Hausarbeit allein Frauen obliege. Darüber hinaus gaben über 80 Prozent der Bäuerinnen in der Côte d’Ivoire an, einen gleichberechtigten Anteil am Erlös aus dem Baumwollverkauf zu erhalten. Study-on-Women-Empowerment-2024.pdf, 2

Fairness für Kaschmirerzeugerinnen in China

Auch in den Ursprungsregionen der Edelwolle Kaschmir in der Inneren Mongolei, einer ausgedehnten autonomen Region im Norden Chinas, ist AbTF mit dem Good Cashmere Standard aktiv. Die Hirtinnen übernehmen dort häufig eine zentrale Rolle in den als Familienunternehmen geführten Betrieben. Dank der AbTF-Initiative profitieren sie ebenso wie ihre männlichen Kollegen von den Schulungen, die der Standard anbietet. Die vier GCS-Modellfarmen werden gleichberechtigt von Männern und Frauen geleitet. Diese Farmen dienen als zentrale Schulungszentren und Best Practice für Hirtinnen und Hirten der gesamten Region.
Der Good Cashmere Standard bzw. der Cotton made in Africa Standard (https://www.aidbytrade.org) stärkt auch auf der Ebene Weiterverarbeitung von Baumwolle und der Kaschmirproduktion die Position der Arbeiterinnen durch klare Richtlinien zur Geschlechtergerechtigkeit, wie etwa die Forderung nach gleicher Bezahlung für gleiche Arbeit.
Stiftung lädt zum Mitmachen ein
Die Kampagne „From my hands to your wardrobe“ wird auf einer eigenen Landingpage https://www.aidbytrade...rommyhands sowie über Social Media und die Kanäle der auf.
Autorin: Karin Heinze
Quellen: Pm Aid by Trade Foundation, Kampagnen-Website, alle Fotos AbTF www.aidbytrade.org





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