BioNord: Leckere Entdeckungen, gute Begegnungen
- BiO ReporterIn

- 14. Okt.
- 2 Min. Lesezeit
Am 12. Oktober 2025 besuchten 2.820 Fachbesucherinnen und Fachbesucher (+2,8%) die BioNord in Hamburg. Sie begutachteten und probierten die (Neu) Produkte und kamen mit den 307 Ausstellenden (+4,8%) ins Gespräch. Gleich vier Gemeinschaftsstände, die Hamburger Bio-Wirtschaft sowie die Bundesländer Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern waren präsent, ein Beweis für die hohe Relevanz der BioNord Regionalmesse. Es gab viel Spannendes zu entdecken und zu erfahren.

Info-Angebot und Austausch für Branchenakteure

Simon Döring – BioBerater SDServices stellte anhand der aktuellen Zahlen die Entwicklungen im Markt und im Fachhandel dar, nicht ohne Lösungsansätze für die Herausforderungen aufzuzeigen.
Diskutiert wurde im Begleitprogramm auch das nicht nur für die Zukunft der Bio-Land- und Ernährungswirtschaft wichtige Thema Pestizide. Anja Voß, Geschäftsführerin Bündnis für eine enkeltaugliche Landwirtschaft e.V. (BEL), berichtete über aktuelle Studien zur Pestizidbelastung: „Wir wissen, Pestizide bleiben nicht auf dem Acker. Sie sind faktisch überall nachweisbar, selbst im Hausstaub.“ Die offizielle agrarpolitische Position sei bekanntlich, dass zugelassene Pestizide sicher seien, so Dr. Corinna Hölzer, Pestizidexpertin des Bund Umwelt und Naturschutz (BUND). Sie fragte: „Aber wie passt das damit zusammen, dass Parkinson als durch Pestizide verursachte Berufskrankheit bei Landwirt:innen anerkannt ist?“

Es gehe nicht darum, jegliche Form des Pflanzenschutzes pauschal zu verdammen, stellte Tim Ruwe, Leiter der Landwirtschaft auf Gut Wulksfelde, klar. Dringend reformbedürftig sei jedoch das aktuelle System der Zulassung für Pflanzenschutzmittel in der EU, bei dem immer nur Einzelwirkstoffe auf ihr Gefährdungspotenzial geprüft würden. „Zugelassen sind mehrere hundert Stoffe, die völlig unerwartete und gefährliche Kombinationseffekte haben können“ erläuterte Corinna Hölzer. Derzeit läuft eine Klage des BEL gegen die Zulassung von Fluorpyram und Pendimethalin. „Letztlich wollen wir erreichen, dass das gesamte Zulassungssystem der EU neu aufgestellt wird und endlich aktuelle Forschungsstände berücksichtigt“, erklärte Anja Voß – und „wir müssen uns deutlich mehr politisieren.“

Gemeinschaftsstand Niedersachsen (Foto: Karin Heinze)


Auch Firmen aus den Nachbarländern Österreich, Dänemark, Bio Mokerei Thise, Slowenien, Firma LoginEKO mit Njamito Trinkmahlzeiten oder Holland mit der Marke Chokay (Foto oben) waren vertreten. Start-ups wie "alte Bio-Hasen" präsentierten ihre Produkte mit viel Enthusiasmus und strahlendem Lächeln. Da macht es Spaß zu probieren und ins Gespräch zu kommen.
Im Trend

Aufstriche, Snacks, Süßes in verschiedensten Variationen, Pflanzendrinks aber auch innovative Milchprodukte waren an vielen Ständen zu sehen und zu probieren.
Tarabio: Nüsse und Trockenfrüchte im Pfandglas


Kosmetik durfte natürlich nicht fehlen
Rainer Plum ist wieder zurück. Die von ihm vor über 40 Jahren gegründete Marke Tautropfen soll jetzt mit hochwertigen Produkten in edler Verpackung den Naturkosmetik-Markt neu erobern. Immer für Innovationen gut auch die Firma Benecos mit relaunchter Marke GRØN und anderen Neuheiten.
Bei einer guten Tasse Ökotopia-Tee oder -Kaffee ins Gespräch kommen... darf auch auf keiner BioMesse fehlen!

Text und Fotos: Karin Heinze, BiO Reporter International










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