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BÖLW: Bio ist Jobmotor, Wachstumsmarkt, Garant für Wasserschutz und resiliente Landwirtschaft – Politik ignoriert das!

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    BiO ReporterIn
  • vor 4 Tagen
  • 3 Min. Lesezeit

Einhelliges Fazit der Vorstände des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) und dem Spitzenvertreter des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) auf der Grünen Woche: Die gesellschaftlichen, Gemeinwohl- und Umweltleistungen des Ökolandbaus und der Biobranche werden von der Politik weiter weitgehend ignoriert. Mehr noch, die derzeitige Politik des Landwirtschaftsministeriums und auf EU-Ebene baut mit dem Rollback bei Dünge- und Pestizidverordnung, Kennzeichnungspflicht in der Tierhaltung und Deregulierung der Gentechniken sowie einer zunehmenden Bürokratisierung weitere massive Barrieren für die Bio-Branche. Der Schwerpunkt Wasserschutz zeigt deutlich auf, welche Chancen aufs dabei Spiel gesetzt werden.  


BÖLW Pressekonferenz Grüne Woche 15.1.2026, v.l. Peter Röhrig und Tina Andres (BÖLW), Martin Weyand (Verband der Wasserversorger)  Screenshot Karin Heinze
BÖLW Pressekonferenz Grüne Woche 15.1.2026, v.l. Peter Röhrig und Tina Andres (BÖLW), Martin Weyand (Verband der Wasserversorger) Screenshot Karin Heinze

Biomarkt wächst auf über 18 Milliarden

Der Bio-Markt boomte laut Schätzungen verschiedener Forschungsinstitute 2025 im zweiten Jahr in Folge: Der Jahresumsatz stieg um 8 bis 10 Prozent auf mehr als 18 Milliarden Euro gegenüber 2024. Neue Zahlen des BÖLW zeigen, dass Bio-Lebensmittel vor allem im Online-Lieferservice boomen, beispielsweise lagen die durchschnittlichen Umsatz-Anteile von in der Spitze 28 Prozent bei tegut, gefolgt von 26 Prozent bei Knuspr und 20 Prozent bei Rewe in 2025. Das ist deutlich mehr als im gesamten Lebensmittelmarkt, wo Bio aktuell bei einem Anteil von schätzungsweise 7,5 Prozent liegt. Die Politik jedoch hat meist, außer "warmer Worte", keine aktive Strategie, um diese positive Entwicklung zu unterstützen. Peter Röhrig und Tina Andres forderrn: Zur Bio-Strategie gehört das Bundesprogramm Ökologischer Landbau, weil es für Bio-Innovation sorgt. Die dafür bewilligten Mittel – 40 Millionen Euro in 2026 – sind blockiert, weil die erforderlichen Verpflichtungsermächtigungen zu niedrig angesetzt wurden. Minister Rainer muss diesen haushälterischen Fehler schnell korrigieren und die Bio-Strategie umsetzen!” 


Jobmotor: Bio-Branche schafft 388.000 Jobs 

Auch der Bio-Arbeitsmarkt wächst. Die Branche beschäftigt mindestens 388.000 Menschen in Deutschland laut einer Erhebung im Auftrag des BÖLW – ein Anstieg von 2,1 Prozent in 2024 im Vergleich zu 2023. Damit geben die Transformationsbranchen Bio und Erneuerbare Energien gemeinsam mehr Menschen Arbeit als die Autoindustrie – 794.000 versus 773.000. Bio wird Jobmotor bleiben: 36 Prozent aller befragten Bio-Unternehmen meldeten offene Stellen; 46 Prozent planten Neu-Einstellungen. 43 Prozent der Bio-Jobs schaffen die Verarbeiter-Betriebe, 30 Prozent die Bio-Höfe. „Bio sorgt damit besonders im ländlichen Raum für Arbeit und Heimat“, betonte BÖLW-Vorsitzende Tina Andres. Gute Politik für ,Baked in Germany‘ bedeutet: ,Think small first!‘ Ein starker Mittelstand sorgt für eine resiliente Wirtschaft und gibt Menschen Heimat. Gute Politik für den Boom-Sektor Bio heißt: Auflagen und Förderung an kleinen und mittelständischen Unternehmen auszurichten.”  



Hervorragende Zahlen, Bio schuf in einem Jahr 2,1% mehr Arbeitsplätze. Foto: BÖLW
Hervorragende Zahlen, Bio schuf in einem Jahr 2,1% mehr Arbeitsplätze. Foto: BÖLW

Umstellung in Trinkwasserschutzgebieten könnte Bio-Fläche verdoppeln 

Trotz des Runs auf Bio-Produkte ist mehr als fraglich, ob Deutschland sein Nachhaltigkeitsziel von 30-Prozent-Ökolandbau bis 2030 erfüllen wird. Obwohl eine Ausweitung der Bio-Fläche insbesondere in Trinkwasserschutz- Gebieten als geboten gilt und von den Wasserversorgern befürwortet wird, agiert die Politik nur zögerlich bzw. teilweise kontraproduktiv etwa durch die Aufweichung der Düngeverordnung. Schätzungsweise 1,84 Millionen HektarAgrarfläche werden in Deutschlands Wassergewinnungsgebieten noch konventionell bewirtschaftet laut Berechnungen des deutsch-französischen Forschungsunternehmens Ecozept. Würden diese Flächen auf Bio umgestellt, wäre das einerseits gut für die Sicherung der Wasserqualität. Zugleich würde Deutschlands ÖkoFlächenanteil substanziell wachsen: von 11,4 Prozent (2024) auf   mehr als 22 Prozent. 


Wasser ist unser wichtigstes Lebensmittel  

erklärte Martin WeyandHauptgeschäftsführer Wasser/ Abwasser beim BDEW, auf der BÖLW-Pressekonferenz und es ist dringend schutzbedürftig. "Unsere Wasseradern haben Herzrhythmusstörungen", war seine beunruhigende Prognose. Sein Lösungsplädoyer: „Der ökologische Landbau leistet einen wichtigen Beitrag zum vorbeugenden Trinkwasserschutz. Er vermeidet systemimmanent erhöhte Nitrateinträge und verzichtet auf den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Angesichts zunehmender Belastungen der Wasserressourcen stehen Wasserversorger vor wachsenden Herausforderungen, die sich ohne einen wirksamen rechtlichen Rahmen weiter verschärfen werden. Die Urteile des Bundesverwaltungsgerichts wie zum Beispiel zum eingeforderten Nitrat-Aktionsprogramm, und das kürzlich veröffentlichte Gutachten zur Beurteilung des Nährstoffberichts Niedersachsen 2023/2024 (Taube&Bach) unterstreichen, wie dringend zusätzlicher Handlungsbedarf besteht. So zeigt das Gutachten, dass seit der Novellierung der Düngeverordnung von 2017 keine substanzielle Verbesserung der Gewässerqualität erreicht worden ist."

 

Trinkwasser kann als wichtigstes Lebensmittel nicht ersetzt werden und die Qualität entscheidet sich nicht nur im Wasserwerk, sondern vorgelagert in den Einzugsgebieten. Vor diesem Hintergrund begrüßen wir jede Form der landwirtschaftlichen Bewirtschaftung, die nachweislich zur Reduzierung von Stoffeinträgen beiträgt und damit den Schutz unserer Trinkwasserressourcen stärkt."


Autorin: Karin Heinze

Quellen: BÖLW Pk, BÖLW Pressemeldung

 


 
 
 

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